Vorschlag eines Semester-Abos der Zeitschrift Spiegel
Hallo,
Hiermit möchte ich meinen Projektvorschlag für das
Studentenparlament in der nächsten Wahlperiode vorstellen.
Es handelt sich dabei um ein Semester-Abonnement des renommierten
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Erste Vorgespräche haben gezeigt,
daß der Spiegel-Verlag durchaus Interesse an einem solchen Großabo
zeigt. Über 30.000 neue Kunden sind ja auch nicht zu verachten. Feste
Zahlen gibt es noch nicht, aber nur 15% des Original-Abopreises sind
durchaus im Bereich des möglichen, wenn wir alle mitmachen.
Das SP sollte als Studierendenvertretung Wert darauf legen, daß die
Aachener Studierenden nicht zu Fachidioten ausgebildet werden, sondern auch
über aktuelles Zeitgeschehen gut informiert sind. Ein Abonnement des
Spiegels ist m.E. eine gute Art und Weise, dies zu gewährleisten.
Aufgrund der Erfahrungen mit dem Semesterticket schlage ich vor, das Abo
erst einmal einzuführen und dann, nachdem wir den Spiegel alle ein Jahr
bezogen haben, eine Urabstimmung darüber durchzuführen. Die
Urabstimmung vorher zu machen ist aus mehreren Gründen nicht
sinnvoll:
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Eine Urabstimmung kostet ein Vermögen und ist unheimlich aufwendig. Es
wäre verantwortungslos, das anvertraute Geld so mit vollen Händen
auszugeben.
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Ein großer Teil der Studierendenschaft erkennt den Vorteil des
Semesterabos jetzt noch nicht und würde daher jetzt gegen ein solches Abo
stimmen. Wer das Abo sowieso kaufen muß, liest den Spiegel dann auch hin
und wieder und lernt ihn gar zu schätzen, sodaß die Chance einer
positiven Urabstimmung in einem Jahr viel größer ist.
Ich halte dieses Unterfangen für sofort durchführbar. Wenn dennoch
unbedingt eine Umfrage zu diesem Thema gestartet werden muß, sollte
diese auf den Bereich ums Audimax und Hauptgebäude beschränkt
bleiben, da z.B. Mediziner ja sowieso viel zu unpolitisch sind und
daher der Anteil der Ja-Stimmen in Klinikumsnähe zu klein ausfallen
könnte.
Hier übrigens noch ein paar Gründe, warum GENAU DU ein
Spiegel-Semester-Abo brauchst, selbst wenn Du doch schon Focus oder
Welt oder taz im Abo hast und die viel besser findest:
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Dein <irgendwas>-Abo ist viel teurer als das Semester-Abo. Dadurch,
daß wir alle den Spiegel beziehen, wird er nur noch 15% des
urspünglichen Preises kosten! Wenn Du auch nur 4 der 26 Ausgaben des
Spiegels wirklich liest, hast Du das Semester-Abo schon quasi wieder raus!
Das, was nur Deine Lieblingszeitung bietet und Du anfänglich im Spiegel
vermisst, wird nach und nach unwichtiger werden für Dich, wenn Du Dein
ursprüngliches Abo einfach abbestellst.
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Die Informationsbasis aller Studenten ist derzeit inkonsistent. Wenn wir
alle den Spiegel lesen, wissen wir auch alle das gleiche. Nie wieder die
peinliche Situation, daß Du vom aktuellen Gespräch unter Freunden
überhaupt keine Ahnung hast, nur weil Du die falsche Zeitung (oder
schlimmer: gar keine) liest. Oder umgekehrt: Keiner guckt Dich mehr blöd
an, weil Du ein Thema ansprichst, was kein anderer kennt. Bedenke immer:
Spiegel-Leser wissen mehr.
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Irgendwann im Jahr wird es auch für Dich eine ganz spezielle Situation
geben, in der irgend ein Artikel im Spiegel total nützlich war. Das ist
bei allen so. Wirklich!
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Der Spiegel-Verlag sicherte mir sogar zu, eine Extra-RWTH-Kolumne in jedem
Spiegel zu überdenken. Eventuell! Irgendwann! In irgendeinem Umfang!
Toll, nicht wahr?
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Wenn es regnet, und Du mal wieder wie immer zu blöd warst, Dich
vernünftig anzuziehen, kannst Du den Spiegel als Regenschirm-Behelf
über den Kopf halten. Du darfst die Zeitschrift
allerdings dabei nicht zum Schutz in eine Plastiktüte stecken. Tust Du
es doch, musst Du leider den vollen Preis zahlen und Dir wird das Abo
entzogen. (Ja genau: beides.)
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Keiner klaut Dir Deine Zeitschrift mehr aus dem Briefkasten, da eh jeder
sein eigenes Exemplar hat.
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Der Spiegel kommt zu Dir nach Hause. Fast immer! Sicherlich, den ein oder
anderen Ausfall wirds schon geben, aber hey! Dafür bezahlen wir
schließlich auch nur 15%, was kann man da schon erwarten.
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Ach ja: 15% des regulären Abo-Preises sind gerade mal 19,50 Mark pro
Semester, nur 3,25 pro Monat, 75 Pfennig pro Woche... Ja wirklich, quasi
fuer 'nen Groschen am Tag! Das wird doch keinen finanziell vom Hocker
reißen.
Falls Du immer noch gegen ein Semester-Abo sein solltest:
Schon einmal was von Solidarität in der Gesellschaft gehört?
Ohne diese Solidarität wäre Dein kostenloses Studium
überhaupt nicht möglich. Also solidarisier Dich gefälligst
mit der Gruppe derer, die Spiegel lesen wollen, schließlich ist
Spiegel lesen eine vernünftige Sache.
Übrigens: aus dem selben Grund braucht praktischerweise auch keiner der
Spiegel-Leser ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er sein Abo auf
andererleuts Kosten güstiger bekommt.
© 2001 Markus
Dobel.