Geschichte und Entwicklung der deutschen Fernmeldetruppen

  1. Entwicklungen der Kommunikationstechnik im 19. Jahrhundert

  2. Zeitraum 1899-1918: Telegraphentruppe und Nachrichtentruppe (ab 1917) der kaiserlichen Armee

  3. Zeitraum 1919-1945: Nachrichtentruppe (Reichswehr/Wehrmacht)

  4. Zeitraum 1946-1999: Nachkriegszeit und Fernmeldetruppe der Bw (ab 1956)

 

Entwicklungen der Kommunikationstechnik im 19. Jahrhundert

JahrEntwicklungdurch
1829 Erste Versuche mit optischen Telegraphen in Deutschland v. Müffling
1830 Erste optische Telegraphenlinie Berlin-Potsdam  
1831 Nachweis elektromagnetischer Induktion Faraday
1833 Optische Telegraphenlinie Berlin-Köln-Koblenz (700km) mit Semaphorsystem der preußischen Staatstelegraphie; bis 1849 (Köln) in Betrieb (ca. 30 Buchstaben/Std)  
1833 Versuche mit elektromagnetischem Telegraph ("Nadeltelegraph"): Ablenkung einer Magnetnadel durch Strom Gauss; Weber
1835 Elektromagnetisches Relais Henry
1835 Funktionstüchtiger Nadeltelegraph mit Magnetstift zum Drucken von Punkten ("Steinheilschrift") Steinheil
1835 Morsetelegraph/Morsetaste erfunden Morse
1837 Patent für Morseschreiber (Telegraph )  
1837 Theorie für die Verknüpfung elektrischer und magnetischer Felder Faraday
1838 Telegraphie mit Erdleitung (als "2. Ader") Steinheil
1838 Erste größere Telegraphenlinien in England  
1838 Morsealphabet mit langen und kurzen Zeichen. 1844 wurde der Code durch Morse und Bain verbessert. Spätere Änderungen führten zur internationalen Morseschrift (Gerke, Hamburg) Morse; Gerke
1839 Telegrahpenrelais und Zeigertelegraph Wheatstone; Cooke
1841 Vorschlag zur Vielfachausnutzung von Leitungen durch zeitliche Staffelung der Signale mehrerer Teilnehmer für Telegraphie (1874 durch Baudot realisiert) Wheatstone
1843 Erster Einsatz des verbesserten Wheatstone-Zeigertelegraph (Zugsicherungsdienst Köln-Aachen)  
1844 Erste Telegraphenverbindung nach Morseprinzip (Washington-Baltimore)  
1846 Elektromagnetischer Zeigertelegraph mit Selbstunterbrechung und Synchronlauf Siemens
1847 Mit Guttapercha isoliertes Kabel entwickelt (Anm. DH3MW: Werner von Siemens erfand eine Presse, mit der ein Leiter mit einem nahtlosen Guttapercha-Mantel umgeben werden konnte.) Siemens
1847 Erste Versuche mit Telegraphen in Berlin und Bremen. Militärisches Telegraphennetz in Berlin Siemens/ v. Etzel
1847 Elektromagnetische Telegraphie in preussischer Staatstelegraphie (Zeigertelegraph)  
1848 Versuche mit isoliertem Siemens-Kabel zwischen Berlin und Frankfurt a. M. als Erdkabel für Telegraphie  
1849 Erster Morsetelegraph in Europa eingesetzt (ca. 500 Wörter/Std)  
1849 Elektrische Telegraphenlinie Berlin-Köln löst optische Linie ab  
1850 Erste sächsische Militärtelegraphenleitung über Erdkabel zwischen Dresden-Festung Königstein über 40 km (Stöhrer Induktions-Zeigertelegraph)  
1851 Funkeninduktor bei Funkentelegraphie von Marconi und Slaby Voraussetzung für Hochspannungserzeugung Rühmkorff
1853 Lochstreifen mit Morsealphabet eingesetzt Wheatstone, Siemens
1854 Positive Versuche mit Morsetelegraphen (Ruhestromprinzip). Beschaffung von Blankdrahtleitungen und Baumaterial (Stangen und Isolatoren) beim Garde Pionierbataillon  
1855 Entwicklung des Typendrucktelegraphen: überträgt/druckt Buchstaben und Ziffern; Steuerung durch Tastenwerk; erstmalig bestimmte Schrittdauer und -folge (Arbeitsstromprinzip) Hughes
1856Einführung des "Feldtelegraphenapparat" mit Stift- und Farbschreiber nach Morseprinzip ("Morseschreiber": schwarze Punkte/Striche). Einführung von 6 Stations- und 12 Requisitenwagen für Telegraphie und Blankdrahtbau beim Garde Pionierbataillon Siemens&Halske, Digney
1856 Erstes polarisiertes elektromagnetisches Relais für Telegraphentechnik eingesetzt Siemens
1856 Theorie (Gleichungen) für Existenz elektromagnetischer Wellen mit Lichtgeschwindigkeit Maxwell
1858 Doppelisolationsglocke     (Hilfe! Wer hat mehr Info's?!) Major Chauvin
1860 Erste Entwürfe eines Telefons Reis
1862 Klopf-Telegraph ("Klopfer") Bolton
1864 Versuche mit einadrigem isolierten Kupferkabel durch Feldtelegraphen-Abteilung des Garde Pionierbataillons  
1864 Im deutsch-dänischen Krieg Einsatz der Feldtelegraphen-Abteilung: Morsebetrieb über Blankdrahtleitungen und erster Einsatz von 1-adrigem Stahl-Feldkabel (wegen Problemen mit Isolation und Festigkeit nicht bewährt)  
1866 Erfindung des Dynamoprinzips Siemens
1866 Hughes-Typendrucktelegraph (ca. 1200 Wörter/Std) bei preussischer Staatstelegraphie eingeführt (erst 1916 im Heer)  
1866 Erstes Telegraphie-Überseekabel Europa-USA  
1867 Maschinentelegraph mit Morse-Lochstreifen Wheatstone
1870 Erster Kriegseinsatz des Hughes-Telegraphen (stationär) durch preussische Staatstelegraphie  
1870 Gummiisoliertes Feldkabel eingeführt ("Hooper - Feldkabel")  
1871 Patent für Fernsprecher Meucci
1872 Codierungssystem mit Impulsfolge von 5 Impulsen ("Telegraphenalphabet") Baudot
1874 Ferndrucker Siemens
1874 Schnelltelegraph Baudot
1874 Entwicklung eines tragbaren Feldtelegraphenapparats auf Rückentrage ("Vorpostentelegraph") nach Morsesystem und Ruhestromprinzip über 2-adriges Feldkabel; Einführung 1876 Siemens, Frischen, Hptm Buchholtz
1875 Verbessertes FKb (6mm; 48kg/km) eingeführt Siemens
1875 Erfindung eines transportablen Feldtelegraphen ("Klopfer") mit 2-adrigem Feldkabel auf Rückentrage Trouvd
1876 Telefon mit Orts-Batterie für Kohlemikrofon Edison
1876 Patent für Fernsprecher Gray, Bell
1877 Beginn ziviler Nutzung des Telefons in Deutschland  
1878 Versuche mit Telefonen in der Armee  
1878 Patent für Mikrofon Hughes, Lüdtge, Berliner
1878 Grundlegende Verbesserung des Telefons durch Anwendung des Hufeisenmagneten Siemens
1878 Versuche mit Siemens Ruftrompeten-Telefonen und 2-adrigem Kupferfeldkabel InfRgt 58 (Posen)
1878 Leichtes Vorpostenkabel mit 3mm Querschnitt eingeführt: 1 Kupferleiter mit Kupferummantelung als Rückleiter  
1881 Erste öffentliche Vermittlung in Deutschland (Berlin: 8 Teilnehmer)  
1886 Vorschlag zur Vielfachausnutzung von Leitungen durch Frequenzmultiplex (FDM) für Telegraphie Gray
1888 Experimenteller Nachweis der Ausbreitung elektromagnetischer Schwingungen über Antennen mittels Funkeninduktor. Zusammenhang von Wellenlänge, Lichtgeschwindigkeit und Frequenz. Hertz
1888 Einführung eines wesentlich verbesserten Feldkabels (Fkb 87) als "leichtes" Fkb (320m-Trommel; 40 Ω/km)  
1888 Einführung des "Klopfers": Sprech- bzw.Summertelegraph. Einsatz über Feldkabel nach Arbeitsstromprinzip zur Aufnahme von Telegrammen mit Morsezeichen nach Gehör; erster Einsatz 1864 im Civil War (USA)  
1889 Einführung von Lichtsignalgeräten bei Telegraphen-Abteilung  
1890 Telegraphie-Empfänger mit Eisenteilchen in Glasrohr (Branly-"Fritter")  
1891 Vorschlag zur Anwendung des Wheatstone-Prinzips zur Vielfachausnutzung durch zeitliche Staffelung der Signale (Zeitmultiplex/TDM ) auch für Telefonie Leblanc, Lumière
1892 Versuche mit Patrouillenapparaten (1896 Einführung)  
1892 Mikrofon und Summertelegraph kombiniert in "Patrouillenapparat" (Einführung 1896)  
1892 Theorie für Lichtbogensender zur Wechselstromerzeugung Thomsen
1893 Hochspannungstransformator Tesla
1895 Vorschlag für Vielfachtelefonie mit Frequenzmultiplex/FDM Hutin, Leblanc
1895 Einführung des "Feldkabels 95"  
1895 Funk-Empfangsapparat für Telegraphie-Empfang mit "Kohärer" (Fritter nach Branly) und Antenne Popoff
1896 Marconi erzeugt mit Tastung eines Gleichstroms über Transformator "nicht abgestimmte" Funkenentladungen (Marconi-Patent) Marconi
1897 Geburtsjahr des Funkwesens:
Marconi überträgt mit "nicht abgestimmten" Langwellen (LW)-Funkensender Morsesignale über 5 km ("Funkentelegraphie") über gegen Erde isolierte Antenne
Marconi
1897 Vorführung der Marconi-Funkentelegraphie durch Prof. Slaby vor Kaiser Wilhelm II  
1897 Erste Versuche mit Funkentelegraphie durch Slaby und Graf Arco mit Industrie und LuftschifferAbt (Berlin):
Nutzung von Ballonen und Drachen zum Ausbringen einer ca. 300m langen, auf Wellenlänge abgestimmten und geerdeten Antenne
Hptm. Klussmann, Hptm. Bartsch v. Sigsfeld
1897 Bildröhre von Braun (Braun'sche Kathodenstrahlröhre) Braun
1898 erste automatische Fsp-Wählanlage der Welt (Augusta/Georgia)  
1898 Gründung der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie "System Braun und Siemens & Halske" in Berlin  
1898 Braun führt den induktiv gekoppelten Schwingkreis mit Kondensator in der Schaltung des Funkensenders ein. Dadurch Steigerung der Sendeleistung, da Kondensator HF-Energie der Funkenstrecke speichert. Durch Tastung (ein/aus) der Gleichstromquelle entsteht über Transformator eine "abgestimmte" Modulation der "Knallfunken" (Braun-Patent als Grundlage aller Senderschaltungen) Braun

 

Zeitraum 1899-1918: Telegraphentruppe und Nachrichtentruppe (ab 1917) der kaiserlichen Armee

JahrEntwicklungdurch
1899 "Doppelbetrieb" eingeführt: Morsen und Fernsprechbetrieb über eine Leitung mittels Transformatorschaltung (bis 1911). Probleme: Knacken der Morsezeichen im Fernsprechbetrieb  
1899 Dämpfungsminderung in Kabeln durch Induktionsspulen Pupin
1899 Umfangreiche Versuche mit Funkentelegraphie (Luftschiffer Abteilung 1; Kdr: Hptm Klussmann). Erzielte Reichweiten mit Morsezeichen ca. 40km (System Slaby-Arco)  
1900 Geschlossener (induktiv gekoppelter) Schwingkreis in Funktechnik eingesetzt und Ersatz der Erdung durch "Gegengewicht" Braun
1900 Erste Funkversuche der bayerischen Postverwaltung (zwischen Eibsee und Zugspitze)  
1900 Entwicklung fester und fahrbarer militärischer Langwellen - Funkenstationen AEG, Siemens
1900 Einführung von zwei fahrbaren Funkenstationen im Heer (Luftschiffer-Abteilung) mit je einem Karren für Gleichstromgenerator und einem Karren für Knallfunkensendet, Empfänger mit Kohärer; 200-300m langen Antenne für Drachen / Ballone (Entwicklung von Braun und Slaby/ Graf Arco) AEG, Siemens
1900 Braun überbrückt 65 km mit "Schwingkreis-Sender" von Siemens Braun/ Siemens
1900 Verschiedene Personen (u.a. Braun) erfinden unabhängig voneinander den Elektrolytdetektor und Marconi läßt den Magnetdetektor patentieren (Voraussetzung für Hörempfang)  
1901 Marconi überbrückt erstmals mit Funk den Atlantik Marconi
1902 Erfindung des Drehkondensators  
1902 Siemens erwirbt Pupin-Patent und fertigt Pupinspulen Siemens
1902 AEG und Siemens fertigen weitere Knallfunkenstationen (Langwelle): Sender ist mit Öldrehkondensator abstimmbar, als Empfänger dient ein Fritter (Glasröhre mit Ni/Ag-Pulver), der über Relais einen Morseapparat steuert (Einführung bei LuftschifferAbteilung) AEG; Siemens
1902 Kaisermanöver mit 2 festen und 3 mobilen Funkenstationen; Erprobung Kreisleitstelle und von Grundlagen für Einsatzvorschrift; Übertragung von ca. 200 Wörtern/Std. (Luftschiffer-Abteilung)  
1902 Poulsen erzielt ungedämpfte Schwingungen bis 60 kHz mit gekühltem Lichtbogen (Stromquelle: Gleichstrom). Sender noch groß und kompliziert Pulsen
1903 Gründung der "Gesellschaft für drahtlose Telegraphie System Telefunken" durch Siemens und AEG. (Siemens: System Braun; AEG: System Slaby/ Arco)  
1904 Erster Einsatz von 1 stationärer und 3 fahrbaren Langwellen-Funkenstationen (System Braun/ Slaby/ Arco-Telefunken) in Deutsch-Südwestafrika (2 Stationen 1905 mit Magnetdetektor)  
1904 Erste Versuche mit Glühkathodenröhren Fleming
1904 Nachrichtenübung zur Erprobung von Funk- und Lichttelegraphie; u.a. mit 5 fahrbaren Telefunken-Stationen (Luftschiffer-Abteilung; Raum Halle-Weimar). Ergebnis: Zu geringe Selektivität, da Funkenentladung breites Spektrum abstrahlt sowie starke Abhängigkeit von atmosphärischen Störungen  
1904 Einführung des "Feldfernsprechers" nach Ammon (ab 1908: "Armeefernsprecher")  
1905 Funkwesen als Funkentelegraphen Abteilung in Telegraphentruppe eingegliedert (bisher in Luftschiffer-Abteilung)  
1905 Pilkart konstruiert den Siliziumkristall-Detektor (Vorausetzung für Hörempfang) Pilkart
1906 Lorenz AG/Berlin erwirbt Poulsen-Patente für Lichtbogensender und baut erste Sendeanlagen für Schiffsfunk Lorenz AG
1906 Verstärkungswirkung von Elektronenröhren entdeckt v. Lieben
1906 Erfindung des Löschfunkensenders ("tönende Funken" bzw. "Tonfunken") mit "gedämpften" Schwingungen. Modifizierte Schaltung (Grundlage: Braun/ Slaby) mit Serie von kleinen Teilfunkenstrecken: höherer Wirkungsgrad, bis 1000 Funken/sec; Wechselstrom als Stromquelle Prof. Wien
1906 Nutzung des Kristalldetektors für Empfänger Telefunken
1906 Erste drahtlose Sprachübertragung (A3) Fessenden/ Telefunken
1906 Funk-Großstation in Nauen mit Langwellen-Knallfunkensender für Überseeverbindungen und Reichweitenversuche in Betrieb Telefunken
1907 Entwickelung des "tönenden Löschfunkensender" Telefunken/ Prof. Wien
1907 Erfindung der Audionschaltung für Funkempfänger de Forest
1908 Ablösung der Knallfunkensender nach Braun im Heer; Einführung des "Tönenden Löschfunkensenders"; ausgestattet mit Kristall-Detektorempfänger Telefunken
1908 Versuche mit Rahmenantenne für Richtungsempfang Braun
1908 6-fach Trägerfrequenz (TF)-Versuche über eine Leitung Ruhmer
1908 Erstes Femsprechwählamt Europas mit Hebdrehwählem (in Hildesheim)  
1908 Einführung des "Poulsen-Systems" mit Funkeninduktor und Tickerempfang für grosse fahrbare Feldfunkenstationen und stationäre Großfunkstellen Lorenz
1909 Physik-Nobelpreis für Entwicklung der Funktechnik Marconi und Braun
1910 Entwicklung der Verstärker (Gitter)-Röhre: Voraussetzung für deutliche Steigerung der Sende- und Empfangsleistung von Funkgeräten v. Lieben, de Forest
1911 HF-Verstärkerschaltung v. Bronk
1911 Abschaffung des "Doppelbetriebs" im Heer: Einführung des reinen Fernsprechbetriebs über 1-adriges "leichtes" und 2-adriges verdrilltes "schweres" Feldkabel  
1912 Siemens erfindet den Schnelltelegraphen mit Lochstreifen (ca. 5000 Wörter/Std). Einführung in das Heer 1917 Siemens
1912 Erste Automobil-Funkstation Typ "l,5 T.A.K."
Langwelle mit 25m-Teleskopmast und Schirmantenne; Reichweite 250 km
Telefunken
1912 In Kisten verlastete ("modulare") Funkstation auf 2-rädrigem Karren (Protze) für mobilen Einsatz entwickelt Telefunken
1912 Erfindung des Überlagerungsprinzips (Superhetschaltung) für Funkempfänger (Patent 1918) Armstrong
1913 Erste Telefonie-Übertragung mit Röhrensender: Rückkopplungsschaltung, Entdämpfung von Schwingkreisen Meissner/ Telefunken
1913 Einführung "leichter" bespannter Mittelwellen-Funkstationen: Reichweite 40/80km; 3 Wagen (Funkwagen, Gerätewagen, Wirtschaftswagen); Kurbelmast 18/30m am Funkwagen; Stärke: 2 Offz, 23 Uffz und Mannschaften. (Einsatz bei KavDiv, AufklEskadr); ca. 150 Stationen bis 1918  
1914 Funk als komplementäre Technik zur drahtgebundenen Kommunikation im Einsatz des Heeres  
1914 Versuche mit drahtloser Telefonie (A3) zu militärischen Zwecken  
1914 Einführung des "Armeefernsprechers" mit separatem Kopf-Fernhörer für Sprech- und Summerverkehr; Gewicht: 1,36 kg (Holzgehäuse). Einsatz bei Telegrafen-, Infanterie-, Kavallerie-, Artillerie- und Pioniertruppe  
1915 Einführung "schwerer" Langwellen-Funkstationen in Kfz: Reichweite bis 300km; Einsatz bei ArmeeKdo/InfDiv. "Schwere" bespannte Funkstationen seit 1913 (ab 1915 nur noch bei Kavalleriedivisionen); je Station 5 Wagen/ 45 Pferde (System Tonfunken: Armee, Division; System Poulsen: Armee)  
1915 Serienmässige Herstellung erster Vakuum-Elektronenröhren: Voraussetzung zur Erzeugung ungedämpfter Wellen, größerer Trennschärfe und Störungsminderung Siemens
1915 2-Gitter-Röhre: Voraussetzung für Konstruktion kleinerer, tragbarer Funkgeräte durch Reduzierung der erforderlichen Anodenspannung. Dies ermöglichte kleinere Batterien Barkhausen/ Telefunken
1915 Fertigstellung der Grossfunkstelle Königs Wusterhausen von Lepel
1916 Hochvakuum-Verstärkerröhre entwickelt/ produziert: wesentlich für NF-/ TF-/ WT- und Funktechnik Siemens/ Schottky
1916 Einführung des Typendrucktelegraphen (Hughes-Prinzip): mit Klaviertastatur; Übertragungsleistung 1200 Wörter/Std. Entwicklung des "Fernschreibgesprächs" DeTeWe Berlin
1916 Einführung des Fernsprech-"Feldklappenschranks 16" mit Vielfachfeld, 8 Klappen für Einfach- u. 2 Klappen für Doppelleitungen.  
1916 Einführung erster "tragbarer" Mittelwellen-Funkstationen (5-Mann Lasten in Kisten) für Einsatz im Stellungskrieg. Detektorempfänger + 2 NF-Röhren Telefunken
1916 Grossfunkstation des Heeres in Königs Wusterhausen zur operativen Führung: je 1 Poulsen- und Löschfunkensender, 3 Empfänger; MW/LW; 20 kW Lorenz/ Telefunken
1917 Erste Versuche mit ("ungedämpften") Röhren-Sendern und Empfängern (Funkversuchsfeld Namur). Wesentlich verbesserte Selektivität und Leistung. Ersatz für Löschfunkenstationen. Im Einsatz ab 1918 Hellweg/ v. Lepel
1917 Patent für Anodenrückkopplungs-Senderschaltung Huth-Kühn
1917 Einführung handelsüblicher Telegrafie-Vermittlungen  
1917 Einsatz von Fernsprech-NF-Röhrenverstärkern und "Phantom"-Schaltung zur Mehrfachausnutzung von Leitungen für Fernsprech- und Fernschreibbetrieb  
1917 Einführung verbesserter, leichterer, "tragbarer", kleiner, mittlerer und grosser Funkstationen (in Kisten) bei Infanterie Div:
  • "K-Fukl6"
  • "M-Fukl6"
  • "G-Fukl6";
Löschfunkensysteme; A3-Betrieb; Mittelwelle; Reichweite 1-6 km
 
1917 Versuche mit Nachrichtenübermittlung in Trägerfrequenztechnik (TF) durch Reichspostverwaltung DeTeWe, Fassbender, Haban
1918 Erstes tragbares Mittelwellen-Funkgerät mit Röhren "u. S. Gerät 18" / "ARS 68" von Telefunken (u.S.= ungedämpfte Schwingungen); Sender 15W, Empfang 150-1000 kHz; Audion mit Rückkopplung; A1/A2-Betrieb. (Typ "ARS 68" auch noch in der Reichswehr)  
1918 Einführung des "großen Feldfernsprechers 17" für Wecker- und Summerbetrieb (Handapparat im Gehäuse) als Stationsapparat der Feld- und Etappentelegraphenabteilung (mit Amtszusatz Übergang in Postnetze)  
1918 Einführung des "Kleinen Feldfernsprechers 17" (nur Summerbetrieb)  
1918 Einführung einer kleinen Mittelwellen-Funkenstation durch Telefunken, Typ "K-Fuk 17": Frequenz 1000/1340/2000 kHz; 2 Empfänger E 213 a; Steck- und Teleskopmast; Reichweite ca. 150 km Telefunken
1918 Einführung des "ungedämpften" Röhrensenders/ -empfängers "FuGer 18" ("G-Fukl8"); Rückkopplung/ Superhet; A1/A2-Betrieb; MW Telefunken/ Lorenz
1918 Erprobung des Funkgeräts "G-Fuk 16" im Sturmpanzer A7V (kam nicht mehr zum Einsatz)  

 

Zeitraum 1919-1945: Nachrichtentruppe (Reichswehr/Wehrmacht)

JahrEntwicklungdurch
1919 Trägerfrequenter (TF)-Telegraphieverkehr auf Strecke Berlin-Weimar Reichspost/ DeTeWe
1919 Nachrichtentruppe der Reichswehr nutzt weiter Fernmeldegerät der Kaiserlichen Armee: u.a. Fernsprech- u. Fernschreibgeräte (z.B. FFspr 17; FsprVerm 17) sowie Funktrupps (leichte-, mittlere- u. schwere Funkstellen mit Löschfunkensystem) sowie tragbare Röhrengeräte (z.B. ARS 68)  
1920 Serienherstellung von Verstärkerröhren Siemens
1921 Entwicklung der Tonfrequenz-Mehrfachtelegraphie (Wechselstromtelegraphie/WT) Lüschen/ Clausing
1922 Einführung von 4-Dr-Verstärkern  
1923 Erstes automatisches Fernsprech-Fernamt der Welt in Weilheim/Obb Reichspost
1923 Entwicklung des ersten Schlüsselgerätes mit autoinverser Chiffre: Basismodell mit 3 Walzen zu je 26 Stellungen. Vorläufer der "Enigma" Scherbius
1923 Transatlantischer Amateurfunkverkehr USA-Frankreich auf 110m-Band (Kurzwelle; entspricht einer Frequenz von ca. 2,7 MHz). Beginn des weltweiten KW-Funks  
1923 Experimente mit Ultrakurzwellen (UKW) Prof. Esau/ Universität Jena
1924 Tastentelegraph nach Springschreiberprinzip Siemens/ Ehrhardt
1924 Erste Kurzwellen-Funkkonferenz  
1924 Erster 6-fach-Tonfrequenz-WT Betrieb zwischen Berlin und Frankfurt Reichspost
1926 "Feldfernsprecher 26": automatisches Schlußzeichen; OB/ZB; Gewicht 6,5kg; mit Zusatz Wählbetrieb  
1926 Einführung des "schweren" Langwellen-Funktrupps "200W": 3 Kfz; 100-250 kHz; 2 Empfänger E266X; A1/A3-Betrieb; 17/30m Kurbelmast Telefunken
1927 Einführung des "leichten" Mittelwellen-Funktrupps "20 W" auf Protze oder in Kfz: 17m-Mast; 300-1600 kHz; Empfänger E266X; Al/A3-Betrieb Lorenz
1927 Reichweitenversuche mit UKW (ca. 40-90 MHz) vom Brocken und ab 1928 in Chemnitz für Rundfunkübertragung Prof. Esau u. Fassbender/ Universität Jena; Lorenz AG
1928 Entwicklung eines tragbaren Kurzwellen-Funkgeräts (Typ "SERKT") durch Lorenz AG: 6-7,5 MHz; quarzgesteuert; Fernbesprechmöglichkeit; A1/A3-Betrieb; Wechselverkehr Simplex; Reichweite 30km (A1) bzw. 4km (A3). (Vorläufer des "TornFu. a")  
1929 Fernschreiber mit Schreibmaschinentastatur (Kombination von Telegraph und Schreibmaschine) eingeführt: elektrischer Springschreiber; keine Synchronisation erforderlich; Eignung für Vermittlungsverkehr (Siemens-Fernschreiber mit Doppelstrom; 400 Zeichen/Min) Siemens
1929 Entwicklungsbeginn der Geheimfernschreibmaschine "Ttyp 52"
Patent von 1930; Würfelverfahren
  • ab 1932 Fertigung Typ "T52a/b"
  • ab 1941 Bauvariante "Cäsar" als "T52c" zur Erhöhung der Schlüsselsicherheit (Luftwaffe und Marine ca. 370, Heer ca. 80 Exemplare)
  • ab 1942/43 Bauvarianten T52d,e
(erstes "On-line"-Schlüsselgerät; nach 1945 Einsatz bei französischen und britischen Streitkräften)
Jipp/ Hettler (Siemens)
1930 Betriebsversuche mit 1-Kanal WT-Gerät auf Kurzwellenverbindungen (Berlin-Buenos Aires) Siemens
1930 Einleitung der Entwicklung des Feldfernkabels (Beutel, Polenz); ab 1933 Erprobung Siemens
1931 "3-Walzen-Enigma" als Kryptogerät in Reichswehr eingeführt. Bis 1945 verschiedene Varianten/Verbesserungen bei Marine, Luftwaffe und Heer (u.a. "Heeres-Enigma")  
1931 Vorführung einer Richtfunk-Verbindung über den Ärmelkanal auf 1700 Mhz (London-Paris) ITT
1931 Versuche mit tragbarem Patrouillen-Kurzwellen-Funkgerät (7,9-10,7 Mhz) Typ "Ahemo" Lorenz
1931 Fehlerkorrekturverfahren für Fernschreibübertragung über Funk nach Verdan-Methode; jedes Zeichen wurde mehrfach übermittelt und verglichen nach Empfang (5-Schritte-Code; später 7-Schritte-Code)  
1932 Entwicklung des Ringmodulators zur Unterdrückung des Trägers in TF-Systemen (Einführung 1933) Siemens
1932 Erste erfolgreiche Richtfunk-Versuche mit Fernsprech-/ Fernschreib-Übertragung über 60km (500-537,5 MHz; Sender mit Gegentakt-Triode) Lorenz AG
1932 Einführung in die Truppe (Nutzungsbeginn) Kurzwellen-Tornisterfunkgerät "Torn.Fu. a": S/E 3-6,67 MHz; Steckquarz; abstimmbare Dipolantenne; Fernbesprechmöglichkeit (erstes KW-Funkgerät im Heer) Lorenz AG
1932 E. Fernschreibmaschine "Lo15" (mechanischer Springschreiher; anfangs noch in der Bw genutzt) Lorenz AG
1933 Erstes öfftentliches Telexnetz mit 50 Baud zwischen Berlin und Hamburg  
1933 Beginn von Richtfunk-Versuchen für Artillerie-Beobachtung Reichswehr
1933 E. "Feldfernsprecher 33": OB-Betrieb; Preßstoff; 1943 modifiziert auf 800 Ω (Modell "43"; 1956/57 noch in Bw genutzt)  
1934 E. mechanischer Springschreiber als Blattschreiber "T 34" Siemens
1934 Beginn des Großeinsatzes von TF-Systemen mit 2-Band-Telefonie Siemens/ DeTeWe
1934 E. 1 KW-Kurzwellen-Sender "1000 W.S.b."
kommerzielle Technik, modifiziert für das Heer; 1,09-6,7 MHz; A1/A2/A3-Betrieb und Einsatz des Hellschreibers (A4-Betrieb, "Bildschreiber"); Wechselverkehr im 2-Kanal-Betrieb; offline-Kryptierung; Reichweite bis 1000 km; 3-stufiger Sender (S52lBs), 11-Röhren-Empfänger; Ferntastung- u. Fernbesprechmöglickeit; Benzinaggregat mit 380/220V Drehstrom. (Erster 1 KW-Kurzwellen-Funktrupp mit Al-A4 Betrieb im Heer)
Telefunken/ Lorenz AG
1935 Fertigung von Röhren für Batteriebetrieb in militärischer Anwendung.
2-Volt-Heizung: RV2P800; 12-Volt-Heizung: RV 12P4000
 
1936 E. 4-Dr-Feldfernkabel (FFkb) mit Pupinspulen und Einführung von Drehkreuz-Leitungen Siemens
1936 Einsatz des TF-Systems B 200 durch die Reichspost für gleichzeitige Übertragung von 200 Gesprächen und einem Fernsehprogramm (bis 4,4 Mhz) Siemens
1936 Erprobung stationärer Richtfunk-Geräte "DMG 1G": 500-535 MHz; 3fach-Tonfrequenz WT oder ein 4-Dr-Sprachkanal; Sender/Empfänger an Antenne (28 Geräte für Truppenversuche) Telefunken
1936 E. UKW-Funkgerät "20 W.S.c" für Panzer: A2/A3-Betrieb; 27,2-33,3 MHz; 5stufiger Sender; Reichweite 4-8 km; E. UKW-Empfänger Typ "e" (27,25-33,35 Mhz) Typ "d" 1937. (erstes UKW-Funkgerät im Heer) Lorenz AG
1937 E. Fernschreibmaschine "T 37" als Blattschreiber mit Speichersender (Start-Stop System, Telegrafenalphabet 2; Modell 37i bis 1959 in der Bw genutzt) Siemens
1937 E. kleines Richtfunk-Wechselsprechgerät "Elster" auf Stativ als Zubringer zu Funktrupps und für Verbindungen der Infanterie Lorenz AG
1937 E. Wechselstromtelegraphiegerät-Zweiton "WTZ" u. kleines TF-Gerät "TF b1" Siemens
1937 E. Funktrupp "100 W.S." für LW/MW (200kHz-1200kHz); A1/A3-Betrieb; 100W-Sender (Lorenz) und Empfänger Torn.E.b (Telefunken); Stromversorgung über Kleinmaschinensatz "C" und Umformer U 100 (12V)  
1937 E. großer Fernsprech-Klappenschrank 60-Leitungen: OB-Betrieb; Zweischnursystem mit Vielfachfeld für 150/300 Anschlüsse (später auch noch in der Bw genutzt)  
1937 E. Mehrfacheinzelkanalsystem "MEK 8" zur Mehrfachausnutzung von Freileitungen/Drehkreuzleitungen (ohne Pupinspulen) bis 8 Gespräche; 2-Dr-Getrenntlageverfahren; 300-2600 Hz AEG
1938 E. UKW-Funkgerät "10 W.S." im Schwingrahmen für Panzer: 27,2-33,3 MHz; 2stufiger Sender 10W/AM; 7-Rö-Empfänger; A1/A2/A3-Betrieb; Reichweite 25 km Telefunken
1938 E. TF-System "MG 15/3" mit 15 Sprechkreisen auf einem Freileitungspaar (Mehrfachgruppensyst MG 15) Siemens
1938 E. Feldfernschreiber "T-typ 58" im Tornister mit 12V-Batteriebetrieb (Hellschreiber bzw. Streifenschreiber); Betrieb auch über Fernsprechvermittlungen Siemens-Hell
1938 E. Richtfunk-Gerät "Michael" (DMG-4K) bei Luftwaffe; 500-560 MHz; (Gesamtnetz bis 70.000 km; nach 1945 im Postnetz)  
1938 E. 9-Kanal TF-Gerät "FTF 10" und 12-fach WT-Gerät "WTD" Siemens
1939 TF-Gerät 2-Kanal "TF b2" und 4-Dr-"Verstärker 38" eingeführt Siemens
1939 Röhre RV2, 4P700 mit besseren UKW-Eigenschaften entwickelt Telefunken
1939 E. UKW-Fahrzeugfunkgerät "f" (42,1-47,8 MHz; für NachrAbt/Artillerie)  
1939 Alle Panzer mit UKW-Funkgeräten ausgestattet (alle anderen Armeen Kurzwelle)  
1940 E. tragbare UKW-Tornisterfunkgeräte
Typen "Torn.Fu ..." mit Röhren RV2, 4P700/PI/T2); Gewicht ca. 11 kg, Reichweite 0,5-4 km
  • Typ "b" (90,57-109,45 MHz)
  • Typ "c" (134,3-160 MHz)
  • Typ "d2"(33,8-38 MHz)/lnf
  • Typ "f" (27,2-33,3 MHz)/PzGren
Bei allen Geräten vom Bediengerät aus Feinabstimmung der Frequenz und Lautstärkereglung (erste tragbare UKW-FuGeräte im Heer)
 
1941 Einsatz von U-Kabel (nicht pupinisiertem FFKB) parallel zu Blankdraht-Drehkreuz-Leitungen mit 64-Kanal-TF-Geräten und Verstärkern  
1941 E. des 5-Kanal TF-Geräts "TF b5" und WT-Gerät "WT 40" (für 2- und 4-Dr-Leitungen) und "Fernschreibvermittlung 41" (max. 90 Leitungen)  
1941 E. UKW-20W-Sender Typ "d" und Empfänger "d" (42,1-47,8 MHz)  
1942 E. Richtfunk-Gerät "Rudolf" (DMG-3G) bei Luftwaffe: 600-652 MHz; (konnte auf 120 Kanäle erweitert werden; nach 1945 im Postnetz) Telefunken
1942 E. 10-Kanal Rifu-Gerät "Stuttgart" (FuG 03) im Heer. FM/F3; 1250-1395 MHz; Magnetron RD12Ma; Hornantenne mit gekreuzten Dipolen auf 30m-Teleskopmast horizontal und vertikal einstellbar; 10-Kanal TF-Gerät (300Hz-156kHz). 170 Trupps als End- und Relaisstelle auf Lkw 6,5t (Entwicklung seit 1939)  
1943 E. Kurzwellen-Funkfernschreibtrupp "Sägefisch" bei NachrTr/Heer
Aussenden sägeartiger Modulation; Raumdiversitybetrieb; 3-fach WT (WTK) mit NF-Frequenzdiversity (3 Kanäle parallel geschaltet); Reduzierung der Fehlerzahlen durch Gleichlaufsynchronisation und gesicherten 5-Schritt-Code; Duplexverkehr; Langdraht- u. 2 Rhombusantennen; KW-Sender 1 kW-S.b. (1,1-6,7 MHz); Online-Schlüsselzusatz "SZ 42" mit Lochstreifen-Sender/Empfänger. Ab 1944 neue Ausstattung mit Schlüssel-Fernschreibmaschine "SFMT43"
(erster FunkschrTrp mit Online-Kryptierung)
Telefunken (TX/RX)

Siemens
(WTK, SchlFsMasch)

Lorenz (Schlüsselzusatz)

1943 E. Funksprechgerät "f": 19,9-21,4 MHz (60 Frequenzen, Kanalabstand 25 kHz); Stabantenne 1,4/2m; 6 Röhren RV 12P2000 (S/E), Senderöhre RL 12P10; für Kfz  

 

Zeitraum 1946-1999: Nachkriegszeit und Fernmeldetruppe der Bundeswehr (ab 1956)

JahrEntwicklungdurch
1948Entdeckung des Transistoreffekts; ab ca. 1955 Transistortechnik in kommerzieller AnwendungBrattain/Shockley
1948Entwicklung des PCM CodierungsverfahrenShannon/Reevers
1949erste frequenzmodulierte UKW-Rundfunkgeräte und erster UKW-Rundfunksender in DeutschlandRohde&Schwarz
1950Entwicklung des TF-Systems 12-Kanal mit Frequenzmultiplex (FDM) und des pulsphasenmodulierten (PPM)-Systems für 24 Kanäle; erste PCM-VersucheSiemens
1951Entwicklung eines automatischen Rückfrageverfahrens (ARQ) mit 7-Schritte-Code nach v. Duuren für KW-SchrFu-Verbindungen (Anwendung ab ca. 1961)Phillips/Siemens
1952Landesfernwahl (Selbstwählverkehr) in Deutschland 
1954Beginn der Entwicklung des Richtfunkgeräts "FM 12/800": kommerzielle Technik mit Röhren 6AK5W und 2C3gBASiemens (für Export); AEG-Telefunken
1955Schwarzweiß-Fernsehen in Deutschland. 
1957Fernmeldegeräte-Erstausstattung der Fernmeldetruppe:
  • Fernsprech:
    • Feldfernsprecher 43
    • 1- bzw. 2-adrriges Feldkabel, FFkb
    • FspBaugerät;
    • Vermittlung 10/30 (ab 1956 von BGS)
  • Fernschreib:
    • Blattschreiber Lo 15 und Lo 133
    • Ttyp 37i (ab 1956 vom BGS)
  • Übertragungstechnik:
    • TF-Gerät TC21 (4 Kanal)
    • WT-Gerät CF 2 (4-Kanal)
  • Richtfunk:
    • RiFu-Gerät TRC 3/4 (70-100 MHz, FM, 10/40W; Sender/Empfänger quarzgesteuert; 3 Element Yagi-Antenne; 12m Mast)
    • einige RiFuGeräte PPM 6/400
  • Funk:
    • VHF-FahrzFuGerät GRC 3-8: 20-58,4 MHz; FM; 1/15W; Kanalabstand 100 kHz
    • Tragbare VHF-Geräte PRC-8/9/10: 20-58,4 MHz; FM; 1W; durchstimmbar
    • HandFuGerät PRC-6/6: FM; 0,25W; 6 schaltbare Quarzkanäle im Frequenzbereich YX-XYMHz
    • KW-KfzFuGerät SCR 193: A1/A3; 70 W; 1,5-4,5 MHz (Sender); 1,5-18 MHz (Empfänger); vom BGS übernommen
      KW-KfzFuGerät SCR 506: A1/A3; 90/15W; 24 V; 2-4,5 MHz (S); 2-6 MHz (E)
    • Tragb. KW-FuGerät GRC-9: A1/A2/A3; 2-12 MHz; 5/15W (CW/A1) bzw. 1/7W (AM/A3)
    • SchrFuTrp GRC 26 A: 1 Sender (BC-610); 2 Empfänger(R-388/Collins); 2 FschrMasch T28 (45Bd); FSK-Tastgerät; Sendeleistung 400W; 2-18 MHz.
      SchrFuTrp GRC-26 D: Sender T-368; Empfänger R-390A
  • Funkgeräte:
      US Army,
      teilweise auch BGS
  • Fsp/Fschr:
      Wehrmacht
  • 1957E. Feldfernsprecher "FF OB/ZB" mit WählzusatzSEL, DFG
    1957E. Fernschreibschlüsselgerät "I" (Lorenz 544 B, "Lorenz-Mischer")SEL
    1957Start erster Satelliten (z. T. Anwendung von Vielfachzugriffverfahren) 
    1958E. 4-Kanal TF-Gerät "EVZ 4": Modulbauweise Transistortechnik; 2-Draht-Gleichlagebetrieb- und 4-Draht-Getrenntlagebetrieb; Einsatz bis 17 km
    ( erste Transistoren)
    TeKaDe-FGF
    1958E. WT-Gerät "WT 1" ("KWT"): Übertragung von Sprache und Fernschreiben über 1 Fernsprechkanal; bis 75 Bd.
    (erste Transistoren)
    Siemens
    1958E. TF-Gerät 1 Kanal (in Feldfernsprecher-Gehäuse); 2-Draht-GetrenntlageverfahrenTeKaDe/FGF
    1958E. TF-Gerät 12-Kanal "VZ 12R": gebaut in Postbauweise 52 mit Gestell- und Einschubtechnik; C3m-Röhren; Bänder 6-54/60-108 kHz; 12 Sprechkreise in V 12- bzw. ZI 2-Betrieb; mit 2 Geräten V24-Betrieb; Reichweite ca. 20 kmSiemens
    1958E. NATO FmNetz "ACE-High" u.a. mit Troposphären Forward Scatter Richtfunk (Abschluss 1963) 
    1959E. Fernschreibmaschine "Ttyp100": (2 Versionen / 12V Gleichstrom u. 220V Wechselstrom); austauschbare Baugruppen; 50-100BaudSiemens
    1959E. Fernschreibvermittlung "l0/30" und Fernsprechvermittlung "l0"Siemens/T&N
    1959E. Rifu-Gerät "FM 12/800" (in 5 Fm-Einheitskoffern): Übertragung von 4, 12 oder 24 Sprechkreisen, die von angeschlossenen TF Ger 4Kanal "EVZ4" oder 12/24 Kanal "VZI 2" gebildet werden; RF-Bereich 610-960 MHz; Sender: 10W (Richtfunk-Standardgerät)Siemens
    1960E. HF-Schreibfunktrupps "l00W" und "400W": 2-24MHz (senderseitig); kommerzielle Technik mit Sendern SK 010 bzw. SK 050 (R&S) und Empfängern E 309/E 311 (Siemens)Rohde&Schwarz; Siemens
    1960Einführung kleines Richtfunk-Gerät "FM 1-4/8000" für 4 Gespräche + DK: IM; RF-Ber. 7,7-8 GHz ; 2 Klystrons + Transistoren.AEG-Telefunken
    1960E. Einseitenband-KW-Funkgerät "ERB 281": 1,5-24 MHz; 10 voreinstellbare Kanäle; automatische Frequenzabstimmung; A l, A3, A3J, F l, F9/A9-Betrieb (erstes FuGer des Heeres mit Einseitenbandtechnik) 
    1961Errichtung der ersten Bodenstation für Funknachrichten-Weitverkehr über Satelliten in Deutschland (ab 1964 Versuchsbetrieb in Raisting) 
    1962Erste Übertragungsversuche mit PCM 24 und PCM 60-SystemenSiemens, SEL
    1962Erste Übertragungsversuche mit PCM auf KabelleitungenSiemens
    1963TF-Gerät "VZ12 T" in Transistortechnik entwickelt und ab 1965 bei FmTr eingeführt; Aufbau in FmEinheitskoffern; Technische Daten wie VZ12R + NATO-Band 12-60 kHz für Bildung von 12 Sprechkreisen im 4Draht-Gleichlagebetrieb; Reichweite 9,6 km mit FFkbSiemens/SEL; AEG-Telefunken
    1963E. Fernsprechvermittlung "301150" (Zweischnursystem; Tongenerator mit Transistoren)Siemens/T&N
    1964Modifizierung des Richtfunk-Systems IM 12/800 mit neuem, volltransistorisierten ZF-Einschub für analoge und digitale Übertragung: "Richtfunk-Gerät PCM" (ab 1977: AUTOKO I) 
    1964Erster integrierter Schaltkreis (IC) mit ca. 100 Transistoren auf einem ChipTexas Instruments
    1965Entwicklungsbeginn eines volltransistorisierten Nachfolgesystems für RiFuGerät FM 12/800: für Sprach- u. Datensignale in FDM u. TDM; RF-Bereich 225-960 MHz (militärische Bauweise)Siemens
    1965E. 4 Dr-Fernsprechfernvermittlung "F 57" und Fernschreibvermittlung "20/200" 
    1965E. WT-Gerät 4 Kanal (FM 240) in 1 GerKoffer; FM mit 240 Hz Kanalabstand; bis 100 Bd; 2- u. 4-Draht-BetriebAEG-Telefunken
    1965E. Fahrzeugfunksprechgeräte "SEM 25/35"
    Frequenzbereich 26-69,95 MHz ; 50 kHz Kanalabstand; F3; Simplex; transistorisiert
    • SEM 25: 3-Röhren-Endstufe; halbautomatische Stummabstimmung; 10 vorregelbare Kanäle; Relaisbetrieb; absetzbarer Bedienteil; 24V Versorgungsspannung; Sendeleistung: 1W/15W
    • SEM 35: tragbar, volltransistoriert, keine Antennenabstimmung nötig; mit Rüstsätzen Einsatz in KFz u. Relaisbetrieb möglich; Stromversorgung über Batterien od. KFz-Batterie 24V; Sendeleistung 0.1W/1W
    (Erste Funkumrüstung des Heeres bis 1968)
    SEL
    1968E. AK65- u. Bw-Grundnetz; Grundnetzschalt- u. Vermittlungsstellen Bw. (Ausbau bis 70er Jahre) 
    1968E. SprachSchlüsselgerät ELCROVOX 1/6 Schmalband/Wechselsprechen (4-Dr)Siemens, AEG-Telefunken
    1968E elektronisches Fernschreib-Schlüsselgerät "ELCROTEL"Siemens
    1968E. tragbares VHF-Funkgerät "SEM 52A" (Ersatz für PRC 6/6);
    erstes voll transistorisiertes Handsprechfunkgerät im Heer
    SEL
    1968E. 120-Kanal Richtfunk-System "FM 120/5000": 1,25W; 4,4-5 GHz; Hohlleiter-Technik; 1,7m-Parabolspiegel mit 35,6 dB Gewinn; 30m-Gittermast; TF-Umsatzgerät 60/120; transistorisiert mit 2 Scheibentrioden und 1 Wanderfeldröhre. 
    1969Digitale Abstimmung bei Funkgeräten; hohe Frequenzkonstanz 
    1969Beginn der Entwicklung 4-Dr FernVerm mit speicherprogrammierbarer Rechnersteuerung; freie Tln-Zielsuche im Netz; Grundlage für TaF Autoko/KnV (ab 1972 Prototypen)Siemens/T&N
    1969E. NATO-Satellitenfernmeldesystem SATCOM 
    1970DBP führt PCM-Technik ein (Grossversuch 30/32-System); 1955 PCM in USA 
    1970Entwicklung des Mikroprozessors (Intel ABCDE)
    ab 1972 Fertigung
    Intel
    1970E. Fernschreibschlüsselgerät "KW-7 (Bw-mod.)"; bis 75 Bd; Wechselschreiben (Halb-Duplex); elektronischer Würfel (NATO-Verbindungen) 
    1972Gemeinsame TechnischeErprobung/Truppenversuch "AUTOKO"; Netz-Grossversuch bis 1974FmS/ATV, E81, FtnKdo 2, FmKp 776, Siemens, T&N
    1973Taktische Forderung (TaF) AUTOKO (1976 EEG) durch FüH/HA. 
    1974Verkehrstheoretische Studien/Simulationen AUTOKO bis 1976 (FmStudie Heer/IABG u. Studie SpezStab ATV FmS) 
    1976E. WT-Gerät "WT 1-teilbar" (bestehend aus: FschrAnschlGer/ModulatorGer 07, Rufumsetzer u. Leitungsweiche):
    gleichzeitige Übertragung von Sprache u. Fschr über FsprKanal; FM; bis 200 Bd; mit Anpassgerät FschrÜbertragung über Funk (Voraussetzung für SchrFu-Betrieb mit SchrFuTrp VHF)
    AEG-Telefunken
    1976E. VHF-Schreibfunktrupp (SchrFuTrp) mit SEM 25, WT 1-teilbar/Mod 07, T 100 Z, KW 7 auf LKW 1,5t gl (Koffer) u. MTW 113 (erster VHF-SchrFuTrp) 
    1977E. "AUTOKO I":
    FmNetz mit automatischen, analogen End- u. Fern-Vermittlungen und digitaler (TDM), bündelgeschlüsselter 12/24 Kanal Richtfunkübertragung. Netzelemente:
    • Knotenvermittlung (KnV WI 20): 4-Dr-Fern-Vermittlung mit 120 programmierbaren Anschlüssen (bis 30 2-Dr-Tln möglich); rechnergesteuerte Teilnehmersuche, Verbindungsaufbau über Koppelfelder (T&N)
    • Feldwählvermittlung (FWV W36/72): 2-Dr-End-Vermittlung; zentralgesteuerte Schaltung des Einheitskanals; 36/72 Teilnehmeranschlüsse; Kryptoanschluss über Sprachschlüsselgerät ELCROVOX 1/3 A (T&N)
      Beide Vermittlungen in FmKabinen mit NEMP-Schutz (Dornier)
    • 12/24-Kanal MultiplexGerät (PCM: 48 KBit/sje Kan) von T&N
    • BündelSchlüsselGerät "ELCRODAT l" (für 12/24 Kanäle in TDM-Technik) von Siemens
    • Zentrale Netzüberwachung aller Betriebszustände (T&N)
    (Erstes automatisiertes, mobiles, taktisches FmNetz)
    siehe Text
    1984Einführung des HF-Schreibfunk-Trupp "Bl" 1kW mit hoher Frequenzgenauigkeit u. -stabilität; kein Abstimmverkehr erforderlich; neue Antennen für kurze und mittlere Entfernungen; Fehlersicherungs -u. DiversityverfahrenRohde&Schwarz
    1984E. Funkgerätefamilie "A/VHF" mit SEM 70/80/90
    Frequenzbereich 30-79,975 MHz; 25 kHz Kanalabstand; Festfrequenz-Betrieb (Handwahl) und erste Anwendung automatischer Kanalwahl (AKW; Funkkreise teilen sich vorgewählte Frequenzbündel, deren Einzelkanäle nach Verfügbarkeit belegt werden);
    FM, bei AKW Delta-Modulation (16 KBit); Hochintegration mit IC's.
    • SEM 70: VHF-Manpack 0.4/4W
    • SEM 80: VHF-KFzFuGerät
    • SEM 90: blabla

      Später folgen:

      • SEM 91 (Verwendung in Luftfahrzeugen) und
      • SEM 93 (automatische Kanalwahl und Frequenzsprungverfahren, kryptierter Betrieb, Sprach- und Datenübertragung)
    (Zweite Funkumrüstung des Heeres bis 1999)
    SEL
    1984E. digitale Fern-/OrtsvermittlungenDBP
    1984E. Fernschreiber elo, 100 Bd. 
    1985E. Tischrechner FmEinsatz: Arbeitsspeicher 256 kB RAM; Intel 8088-Mikroproz.; Einsatz für Codes, Decknamen, Frequenzverteilung SEM-Funkgeräte; Erster Computer (IBM/MS-DOS) FmTr (VbdgDst) 
    1985Kryptowählfernsprecher in Nutzung. 
    1985E. elektronischer Blattschreiber "FS 200" für SchrFuTrp B1 1kW (ARQ-/FEC-fähig; bis 200 Bd).TeKaDe
    1985E. FüInfoSys "HEROS 3" und "HEROS 5"Siemens
    1986E. "AUTOKO II" (Siemens/SEL/AEG-Telefunken) mit neuer KfzGeneration 2t; FmKabinen; SEA erstmalig auf TrpKfz integriert (vordere Stoßstange)

    Wesentliche neue Bestandteile des FmSys "AUTOKO II":

    • Richtfunktrupp mittel mit Richtfunkgeräten "FM 1000" und "FM 15000": Übertragungskapazität 12/24 Kanäle FDM oder TDM (bis 1152KBit/s mit PCM); Teilbarkeit in Doppelendstelle;
      RiFuGeräte FM 1000/15000 mit codiertem Dienstkanal, integriertem Prüfgerät (BITE), integrierten Schaltkreisen (IC)
    • drahtloser Richtfunk-Zubringer mit Richtfunkgerät "FM 15000" (Verbindung zwischen RiFuTrp und RiFu/MuxTrp): Frequenz bei 15 GHz; Parabolantenne 200m absetzbar.
    • Anteninenträger 25 m und 10 m; (Salzgitter-MAG)
    • Fmlnterface, NATO (STANAG 5040) (TeKaDe/PKI) für Übergang in andere NATO-Netze.
    (Abschluß TrVers 1980; Beginn Einführung AUTOKO II 1983; Ende Umrüstung 1990)
    siehe Text
    1986ISDN-PilotprojektDBP/Siemens
    1987Versuchssystem "HEROS 2/1" in Krailling. (HA Abt IV)Siemens
    1989Truppenversuch "HEROS 2/1". (11. Korps)  
    1991E. VHF-Funkinterface SEM - SINCGARS
    (ermöglicht Kommunikation mit US-VHF-FuGeräten)
    SEL
    1991E. HF-Schreibfunk-Trupp "B2" lkWRohde & Schwarz
    1994E. Funkgerät SEM 93: störresistente, kryptierte Sprach- u. Datenübertragung; 16 KBit/s Deltamodulation (Erstmalig im deutschen Heer Frequenzsprungverfahren)SEL/Alcatel; DASA; Siemens
    1995E. Bildschreibstation (ANT): Bildschreiber, schnell ("ANTFAX 10") : Einsatz über Draht und VHF/HF-Funk mit 1,2-16 KBit/s. Modem und Datenschlüsselgerät ("Elcrobit 3-1") von Siemens 
    1996E. HF-Schreibfunk-Trupp "A" 100W: FmKab I/LKW 2t/Stromerzeugeraggregat auf Stoßstange; Freq. 1,5-30 MHz; L-Antenne (Mast 6m); Abstimmvorgang, Frequenzwahl u. Verbindungsaufbau mittels Funkprozessor "Arcotel" automatisiert; kryptierte Fschr-/Fax-Datenübertragung (in Blöcken zu ca. 2KBit/s); Frequenzsprungverfahren (FSV) mit ca. 10 hops/s. (erstes KW-Funkgerät mit AKW + FSV)R&S/DASA
    1996Betriebsversuch (FmS) mit Firmenfunktionsmustern des modifizierten HF-Schreibfunktrupps "A": neue Rüstsatzträger; Breitbandantenne (10m-Mast); Betriebssteuerung mit PC (WindowsNT); intelligentes Messagehandling-SystemDASA/Ulm; Rohde & Schwarz
    1996Experimentalprogramm zur überprüfung der Datenübertragung im FmSysH und FmSysBw für Gefechtsfeldführungssysteme (GeFüSys) u.a. mit SEM 90/AEF, SEM 93, HRM 7400, INMARSATIBP Pietzsch; IDAS; Siemens; DASA; FmS + TrGattungen
    1997E. Anschaltpunkte Heer mit AK 94 als Standardanschaltpunkt für 4-Dr-Kanal- und transparente digitale Signalverbindungen (2048 kbit/s) feldmäßiger Nutzer des digitalen übertragungsnetzesBw. Ablösung des analogen AK65-/BwGrundNetzes) 
    1998E. "AUTOKO 90": digitales Weitverkehrssystem nach EUROCOM-Parametern; Infomationsübertragung bis zum Geheimhaltungsgrad "Geheim" (Ersatz analoger Anteile des Sys AUTOKO II); Voraussetzung zur Digitalisierung des FmSysH (Nutzung Datenübertragungs- u. DV-Technik); digitale Knotenvermittlungen (MKS 200) mit PCM/DCDM-Transcodierung und RichtfunkabzweigTrupps mit Integration von Vermittlungs- u. übertragungstechnik; durchgängige Bündelschlüsselung mit "ELCROMUX 1-2"; digitale Wählfernsprecher. (Umrüstung bis ca. 2002) 
    1998E. FüInfoSys HEROS - 2/1 mit Graphikfähigkeit, Windows-Oberfläche, MS-Office. (l. Los für KRK u. Großverbände) 
    1998Vorstellung einer ersten Basiskonfiguration Gefechtsfeldführungssystem (GeFüSys)STN ATLAS-Elektronik
    1998Einrichten des Stabes Feldversuch Gefechtsfeld 2000 (Digitalisierung des Heeres)HA Abt V (IT)
    1999E. Lichtwellenleiter-Komponente des breitbandigen, integrierten Gefechtsstandfernmeldenetzes "BIGSTAF" zum Anschluß von Gefechtsständen und Führungssystemen an AUTOKO 90 

    Quelle: "Meilensteine der Kommunikationstechnik für das Fernmeldewesen des Heeres" von Oberst a.D. Uwe Larsen, aus: Antenne (Anm. DH3MW: Zeitschrift der Fernmeldetruppe des Heeres, herausgegeben von der Fernmeldeschule und Fachschule des Heeres für Elektrotechnik, Feldafing) Sonderausgabe "100 Jahre Fernmeldetruppen", Seite 19-26